Tagebuch
Die Routenwahl:
Nach diversen Routen-Studien entscheiden wir uns bei der Alpenüberquerung für den “Umweg” nach Westen über den Lukmanierpass sowie Passo Uomo und Passo San Giacomo. Dies deshalb, weil die kürzesten Routen über den Splügen oder San Bernardino auf der Alpensüdseite dem Comersee, bzw. Lago Maggiore entlang führen. Und dort herrscht auf den engen Uferstrassen reger Verkehr und fehlen grösstenteils Gehwege oder mindestens Gehsteige. Zudem führen diese Varianten durch die Agglomeration Milano, wo das Verkehrsaufkommen ebenfalls sehr gross ist - mit Hund absolut undenkbar.
27. Juni 2008
Nach letzen Vorbereitungen gehts um 18.10 Uhr endlich los! Gespannt auf die Dinge, die uns in den nächsten Tagen erwarten, wandern wir dem Rheindamm entlang nach Landquart und weiter nach Zizers. Ein letzter Blick zurück auf die Bündner Herrschaft und den Falknis. Bei der Tennishalle Untervaz nehmen wir den Radweg nach Haldenstein. Als wir die ersten 20 Kilometer zurückgelegt haben, ist es schon fast dunkel. Eingangs Chur treffen wir unsere Freunde Dani und Helene, mit denen wir in einem Gartenrestaurant etwas essen und trinken. Danach gehts auf die nächtliche Wanderung dem Rheindamm entlang zur Oberen Au und weiter zu Helene an der Kasernenstrasse. Dort fallen wir um Mitternacht erschöpft ins Bett. Der “Abendspaziergang” ging ganz schön in die Beine.
28. Juni 2008
Nach reichlichem Frühstück - Helene hat uns ein köstliches Plättli vorbereitet - gehts um 06.45 los in Richtung Rossboden und dem Rhein entlang nach Domat Ems. Dort überqueren wir beim Stauwehr den Rhein und wandern weiter nach Tamins. Bis Flims benutzen wir den bekannten Wanderweg “Senda Sursilvan”. In der Nähe von Flims steigen wir auf eine Besichtigungsplattform, um von dort einen Blick in die imposnte Rheinschlucht zu erhaschen. Danach verpassen wir den dort schlecht markierten Weg und machen einen unnötigen Umweg über einen Waldhügel. Endlich erreichen wir Laax. Im Dorfbrunnen kühlen wir unsere Füsse und Christa versorgt ihre ersten Blatern. Nach längerer Pause wandern wir weiter nach Ilanz hinunter. Mit rund 42 Kilometern haben wir heute sozusagen unsere erste “Marathondistanz” hinter uns gebracht. Die Idee mit dem Zelten ist schnell gestrichen: Wir hätten keinen Meter mehr geschafft, um irgendwo einen lauschigen Schlafplatz zu finden. So entscheiden wir uns für ein Hotel, wo wir uns frisch machen und etwas essen.
29. Juni 2008
Tagwache um 05.00 Uhr und Losmarsch um 05.45 Uhr. Auf der rechten Rheinseite gehts nach Tavanasa und von dort via Trun und Surrein nach Cumpardials. Christa hat nun noch mehr Blatern und zudem Probleme mit dem linken Knie. Ich nehme ihr etwas Gewicht ab und so schaffen wir die letzten Höhenmeter und Kilometer bis nach Disentis kurz vor dem Gewitter. Wir essen und übernachten in einem schmucken Hotel mit Maiensäss-Zimmer. Der Wirt ist so angetan von unserem Vorhaben, dass er uns eine 50000-er Karte von der Leventina mitgibt, die er nicht mehr braucht.
30. Juni 2008
Losmarsch bei Tagesdämmerung in Richtung Lukmanierpass - um Zeit zu gewinnen zuerst auf der Hauptstrasse, und ab Curaglia auf der alten Säumerstrasse. Super Strecke. Auch hier kann Joy, wie schon bis nach Disentis, wieder alles frei laufen. Gegen Mittag erreichen wir den Stausee und dann die Passhöhe. Die letzten Meter sind für mich eine Qual, weil meine Fussgelenke schmerzen. Wir machen im Passrestaurant Pause und laufen nach einer Stärkung gemächlich weiter in Richtung Passo Uomo. Traumhafte Landschaft und dutzende Murmeltiere. Joy deprimiert uns müden Krieger, indem sie immer noch genug Energie hat, den pfeiffenden Tieren nachzurennen! Der Abstieg zur 2000 Meter hoch gelegenen SAC-Hütte Capanna Cadagno dauert zum Glück nur etwa eine Stunde. Wir richten unser Schlafgemach ein und geniessen einen feinen zNacht und die weltbeste Creme Brulèe. Zudem feiern wir mit einem guten Fläschchen Wein Christas Geburtstag! Happy Birthday! In der Nacht gewittert es heftig.
01. Juli 2008
Schon beim Aufstehen merke ich, dass meine Fussgelenke schmerzen und total entzündet sind. Beim Loslaufen wird es dann etwas besser. Zuerst geht es waagrecht dem Ritomsee entlang und dann steil hinunter nach Airolo. Dieser Abstieg gibt meiner Verletzung den Rest. Der Meer-Tripp liegt auf Messers Schneide. Wir suchen im Dorf eine Apotheke und decken uns mit Salbe, schmerzstillenden Pastillen und elastischen Binden ein. In einem Schuhgeschäft kaufe ich zudem Schuheinlagen, die vielleicht eine gewisse Entlastung bringen. Als Notlösung entledigen wir uns zudem noch gut zwei Kilogramm Gepäck (unser letzter kleiner Luxus wie Regenhosen, Sackmesser, 2. Videoakku, Karten, Handtuch etc.). Wir schicken diese Dinge per Post zurück. Christa nimmt mir das Zelt und meine Sandalen ab und so humple ich noch rund 12 Kilometer ins Bedrettotal nach Ronco. Dort wird uns klar, dass wir nur weiterkommen, wenn wir meiner Entzündung zwei Tage Zeit geben, etwas abzuheilen. In Ronco können wir aber nur eine Nacht bleiben. Zum Glück gibt es drei Kilometer weiter oben nochmals ein Hotel. Ich rufe meine Schwester an und bitte sie, beim Hausarzt schmerzstillende und entzündungshemmende Voltaren-Tabletten zu holen und mir per Express in dieses Hotel zu schicken.
02. Juli 2008
Klappt bestens: Als wir in Al Aqua ankommen, ist das Päckli bereits da. Wir bleiben im Bedrettotal. Und siehe da: Entzündung und Schmerzen gehen etwas zurück.
03. Juli 2008
Wir hängen den ganzen Tag herum und beobachten, wie streng es die Schweizer Armee hat, deren hier Stationierte immer beim Kaffee sitzen und wie die Gewitterfront über die Alpen zieht. Die Entzündung geht weiter zurück. Die zwei Ruhetage haben Wunder gewirkt.
04. Juli 2008
Wenn wir in unseren Ferien jemals das Meer erreichen wollen, dann müssen wir heute weiter. Wir starten einen Versuch und erklimmen unseren letzten Alpenpass. Der Passo San Giacomo sollte nach dem 1. Weltkrieg eigentlich eine wichtige Verbindung zwischen Italien und der Schweiz werden. Die beiden Staaten beschlossen, das Bedrettotal und das Val Formazza mit einer grosszügigen Passstrasse zu verbinden. Die Italiener bauten die Strasse bis zum Grenzübergang und erstellten dort ein Zollhaus. Sie meisselten sogar sieben Sitze in den Fels, auf denen bei der Eröffnung die sieben Bundesräte hätten Platz nehmen sollen. Die Schweizer erstellten ihren Strassenabschnitt allerdings nie. So ist das Zollhaus nun eine Ruine und der Pass bis heute nur einseitig erschlossen. Das Gefühl, zu Fuss Italien erreicht zu haben, ist grossartig. Nach der Passhöhe gehts zuerst dem Lago Toggia entlang zur Capanna Maria Luisa und dann hinunter nach Riale ins Val Formazza. Weil meine Füsse erstaunlich gut mitmachen, laufen wir noch etwas weiter talwärts nach Valdo, wo wir auf einem Zeltplatz übernachten. Unterwegs bestaunen wir die bekannten Tosa-Fälle, die zu den grössten der Alpen zählen.
05. Juli 2008
Unsere Mätteli und Schlafsäcke bewähren sich. Wir packen früh zusammen und laufen um 05.15 Uhr los. Das Val Formazza, wo die ältesten Einwohner (Walser) übrigens noch teilweise deutsch sprechen und die Ortstafeln zweisprachig angeschrieben sind, ist unendlich lang. Zuunterst muntert uns ein unerwartetes Highlight etwas auf: Zufälligerweise führt der Weg durch eine imposante und enge Schlucht, die nur bei trockenem Wetter durchlaufen werden darf und kann. Dutzende von Granitsteinbrüchen säumen den Weg. An einem Ort müssen wir umkehren, weil ein Schild “Lebensgefahr” - ”Gefährliche Minen” mit Totenkopfsymbol uns den Appetit aufs Weitergehen vereitelt. Nach langen Stunden erreichen wir die Tal-Ebene von Domodossola. Mit 44 Kilometer die bislang längste und härteste Etappe. Wir übernachten in einem Hotel beim Bahnhof.
06. Juli 2008
Als wir loslaufen am Morgen ist es noch warm und trocken. Dann ein Schreck: Am Strassenrand liegt eine Schlange! Man sieht ihr nichts an, aber sie scheint tot zu sein. Am Vormittag verschlechtert sich das Wetter zusehends. Wieder Gewitter. Unter dem Vordach eines Möbelhauses warten wir bis keine Blitze mehr zucken und Donner grollen. Dann geht es einige Kilometer weiter bis sich hinter und wieder eine schwarze Wand zusammenbraut. In letzter Sekunde retten wir uns vor dem Gewitter und Platzregen in in eine stillgelegte, schmutzige Autobahnunterfühurung. Das Tier-Skelett und der Müll, der hier liegt, sind sehr unapetittlich. Zudem dringt langsam Wasser ein. Nach anderthalb Stunden können wir endlich weiter. Nach weiteren Kurzunterbrüchen erreichen wir am Abend Ornavasso. Zu unserer Enttäuschung hat das einzige Albergo geschlossen und das B & B existiert nicht mehr. Was tun? Zelten kommt bei der Wetterlage nicht in Frage. Unser Wetterfrosch Stefan kündigt für die nächste Nacht nochmals eine heftige Gewitterfront an. So suchen wir erstmals eine Bar auf, wo wir unser Problem besprechen. Die Einheimischen am Nachbartisch scheinen davon etwas mit zu kriegen. Alberto, ein etwa 30-jähriger Italiener, bietet uns an, bei sich im Appartment zu übernachten. Echt gastfreundlich, diese Prontos! Er ”verbietet”uns sogar, in der Bar etwas zu essen und will uns stattdessen selber Pasta kochen. Nach einem Apero in der Vinothek seines Kollegen führt er uns in die Wohnung. Er zeigt uns unser Zimmer, das zu unserem Erstaunen in einem muffeligen Gewölbekeller im Erdreich liegt, der sich perfekt als Weinkeller eignen würde. Obwohl es zum heutigen Tag eigentlich passen würde, fühlen wir uns dort unten nicht sehr wohl. Nach dem zNacht fährt Alberto noch an ein Dorffest. Er hätte uns gerne das Nachtleben gezeigt und mit genommen aber wir sind zu erschöpft und kriechen stattdessen ins Kellergemach. Christa hat regelrecht Platzangst und ich kriege fast keine Luft. So entschliessen wir uns mit Mätteli und Schlafsack im Erdgeschoss unter den Küchentisch zu dislozieren. Zum Glück sind wir nicht im Zelt - in der Nacht Gewittert es heftig und regnet in Strömen.
07. Juli 2008
Am Morgen laufen wir wegen schlechten Wetters erst um 9 Uhr los. Kurz nach dem Dorf müssen wir bereits wieder Pause machen. Diesmal unter einem Autounterstand. Ein Italiener bietet uns an, mit seinem Auto mitzunehmen, was wir natürlich dankend ablehnen. “Tutto a piedi”, sagen wir wie immer in solchen Situationen. Nach rund einer Stunde klart der Himmel etwas auf und wir können weiter. Endlich erreichen wir den Lago d Orta. Was uns seit Domodossola auffällt: In jedem Dorf werden wir von dutzenden Hunden angebellt, die die Italiener in ihren Gärten als “Alarmanlage” halten. Joy lässt das Gekläffe zum Glück kalt. Apropos Joy: Mit ihrer Satteltasche und teilweise mit ihren Schuhen ist sie zweifellos der Shootingstar von uns drei. Sie wird mehrmals fotografiert und mit den Worten “che brava” und “belissimo” kommentiert. Häufigster Kommentar der Italiener über unser Vorhaben: “Madonna, Madonna!”. Die Tagesetappe endet im Viersternhotel in Pettenasco am Ortasee.
08. Juli 2008
Meine Füsse sind zum Glück allmählich ganz abgeheilt. So können wir am Morgen früh los und in Richtung Po-Ebene laufen. Diese erreichen wir bei Borgomanero, bzw. definitiv bei Romagango Sesia. Der Horizont scheint hier unendlich weit entfernt. Ein mulmiges Gefühl, wenn man weiss, diese Ebene zu Fuss durchqueren zu müssen…! Wir stärken uns und überqueren am Nachmittag, als es ein wenig kühler wird, barfuss die Sesia. Auf der anderen Seite wandern wir noch gut zehn Kilometer flussabwärts. Joy kann wieder die ganze Strecke frei laufen. Bei Arborio entschliessen wir uns, das Zelt in einem ausgetrockneten Reisfeld aufzustellen. Mit der untergehenden Sonne und dem Blick, der dort bis zum Matterhorn und der Monterosa-Gruppe reicht, beginnt eigentlich alles sehr romantisch. Mit zunehmender Dämmerung nimmt dann allerdings auch die Mückenplage zu. So kommt zum Schweiss und der eingetrockneten Sonnencreme nun auch noch eine dicke Schicht übelriechender Mückenspray hinzu. Dies wirkt dem eh schon angeschlagenen Sauberkeitsgefühl nicht gerade vorteilhaft entgegen! Statt Picknick und Abendrot-Romantik bleibt uns nichts anderes als die Flucht ins Zelt.
09. Juli 2008
Am zweiten Tag in der Po-Ebene gehts wieder grösstenteils auf Naturstrassen der Sesia entlang südwärts, mitten durch unzählige Reisfelder. Das ist tipp topp, so kann Joy aus den Bewässerungsgräben jederzeit Wasser trinken und wir müssen ihres nicht auch noch mitschleppen. Vor der grossen Hitze am Nachmittag erreichen wir unsere erste Stadt: Vercelli ist sehr schön und bietet die üblichen Sehenswürdigkeiten mit Piazza, Dom, Pärken, etc. Wir beziehen ein Hotel, waschen einmal mehr unsere Kleider aus, machen Siesta und gehen dann Abendessen.
10. Juli 2008
Zum Glück habe ich am Vortag im Tourismusbüro einen Stadtplan organisiert. So ersparen wir uns morgens um 05.30 Uhr unnötiges Umherirren in der Stadt. Es dauert nämlich auch so noch ziemlich lange, bis wir wieder in den Reisfeldern stehen …! Weiter gehts südwärts in die nächste Kleinstadt nach Casale. Dort gefällt es uns nicht so gut und wir fühlen uns zudem genug fit, noch einige Kilometer weiter zu laufen. Laut Albergo-Verzeichnis, das ich ebenfalls im Tourismusbüro erhalten habe, befindet sich in Terroggia ein schönes Landhaus. Wir reservieren dort ein Zimmer. Unterwegs hält plötzlich ein Auto neben uns an und jemand ruft “Signore Schnell?!” aus dem Fenster. Wir staunen nicht schlecht und glauben zuerst, dass mein Bekanntenkreis bis die Po-Ebene reicht. Der Autolenker enpuppt sich dann aber als Hotelbesitzer, der erfahren hat, dass wir zu Fuss und mit Hund unterwegs sind. Er wollte uns mitnehmen, aber wir sagen wie immer: “Tutto a piedi!” Nach einem super zNacht und einem feinen Barolo aus der Region (Piemont) fallen wir ins Bett.
11. Juli 2008
Nach dem kleinen Umweg nach Terroggia laufen wir zurück auf die Hauptstrasse. Bis Occimiano und Mirabello ist es ein wenig mühsam mit dem Verkehr. Aber die Strasse zweigt bald ab nach San Salvatore. Die Region ist immer noch in der Po-Ebene, aber zum Glück etwas hügelig. Nach San Salvatore gehts eine unendlich lange Strasse hinunter zur Stadt Alessandria, die man im Smog des Horizontes bereits erkennen kann. Um die Hauptverkehrsachsen zu umgehen, entschliessen wir uns wieder für einen Umweg nach Osten. Dort gelangen wir durch schöne Alleen relativ unbeschwert in die Stadt hinein. Am Stadteingang liegt wieder eine tote Schlange unter einer Brücke. Zuvor haben wir übrigens die überfahrenen Igel Nr. 13 und 14 gezählt. Alessandria ist gross und lebendig. Auch hier suchen wir das Tourismusbüro auf, um uns mit Infos und Stadtplan einzudecken. Nach dem Hotelbezug gehen wir in einem originellen Lokal Abendessen.
12. Juli 2008
Heute stehen wir schon um 04.30 Uhr auf, um vor dem grossen Verkehr die Stadt verlassen zu können. Es lohnt sich! Auch wegen der Hitze. Gestern war es am Nachmittag nämlich 36 Grad heiss. Und so müssen wir wieder spätestens am Mittag am Ziel in Ovada sein. Unterwegs ziehen dann aber Wolken auf und spenden uns Schatten, so dass wir das Tempo etwas drosseln können. Die letzten Reisfelder säumen den Weg. Wir können inzwischen keine Reisfelder mehr sehen! Dann endlich: Am Horizont sind die Gipfel der Apeninnen zu erkennen. Die Po-Ebene ist bald geschafft! Am Mittag erreichen wir nach 36 Kilometer Ovada am Fusse der Berge. Wir setzen uns auf die Piazza und beobachten das rege Marktreiben - ein schönes Städtchen!
13. Juli 2008
In der Nacht gewittert es wieder . Die Schönwetterperiode scheint vorbei zu sein. Dementsprechend angenehm sind die Temperaturen am Morgen, um in Richtung Passo del Turchino aufzusteigen. Tagesziel ist die Passhöhe. Dort soll es ein Albergo geben, wo wir übernachten können. Die Strasse auf der Passhöhe führt durch einen kurzen Tunnel. Wir entscheiden uns aber für die schmale Strasse über den Pass. Dort können wir um 15.25 Uhr erstmals das Meer sehen. Juhui, ein grandioses Gefühl! Die Srasse mündet aber nicht, wie erwartet, in die Hauptstrasse, sondern zieht sich der Bergkrete entlang nach Osten. Wir kehren um und laufen zurück zum Tunnel, den wir anschliessend durchqueren. Leider gibt es auchg auf der anderen Seite kein Albergo und das Wetter ist auch nicht gerade einladend. Zudem sind neuerliche Gewitter angesagt. So verzichten wir schweren Herzens auf den letzten Leckerbissen unserer Reise: Den Höhenweg mit Meerblick auf den Passo Fajallo und der anschliessenden Besteigung des 1183 Meter hohen Monte Reisia, dem höchsten Berg der Region. Wir steigen über die Passstrasse nach Fado und weiter nach Voltri - einem Vorort von Genua - ab. So erreichen wir das Meer, statt wie geplant in Arenzano, eben einen Tag früher in Genua. Um 18.37 Uhr stehen wir erstmals barfuss in der Brandung des Mittelmeers. Absolut mega! Auch Joy scheint zu spüren, dass der ewige “Auslauf” nun ein Ende hat! Alle drei sind erschöpft, aber wohlauf und total glücklich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu wissen, dass man die insgesamt 509 Kilometer, 4600 Höhenmeter und rund 600 000 Schritte von der Haustüre in Maienfeld aus zu Fuss zurückgelegt hat und nun an der ligururischen Küste steht - reichlich bestückt mit bleibenden Eindrücken und Erlebnissen!
Ein Einstündiger Film zum Tripp ist für 10 Franken (inkl. Porto und Verpackung) ab Ende August erhältlich!